Ihre Katzenpension in Leinfelden-Echterdingen für den Großraum Stuttgart
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Albert erzählt seine Weihnachtsgeschichte…

In unserer Tierheim-Zeitung stand letztes Jahr in der Adventszeit eine kleine Notiz, dass Albert nun bereits seit 14 Jahren im Gnadenhof ist, er wurde dort am Tor angebunden gefunden, keiner gab ihm je eine Chance für eine neue Heimat und dass er dort wahrscheinlich nun auch sterben wird.

Ich bin dieser Albert und bin über 19 – in Worten neunzehn – Jahre alt, blind, fast taub. Ungefähr um die Weihnachtszeit letzten Jahres ging es mir sehr schlecht. Ich wollte einfach nicht mehr leben. Mein Rücken war total kahl, ich hatte schon seit Jahren Durchfall und das Laufen machte mir von Tag zu Tag mehr Schwierigkeiten.

Ab und zu träumte ich von einem kleinen Häuschen im Grünen mit einem eingezäunten Garten, vielleicht mit Feldern drumherum und einem lieben Menschen, der sich um mich kümmert. Diesen Traum schickte ich immer wieder los und siehe da, er kam an. Dem müssen wir helfen, sagte damals mein späteres Frauchen zu ihren Tieren… Obwohl sogar von Einschläfern die Rede war und ein Umzug in diesem Alter schier unmöglich schien, war sie hartnäckig, sie wollte mich wenigstens kennen lernen. So machten wir uns zusammen auf zu kleinen Spaziergängen…

Ich wagte mich zu freuen und schmuste ein wenig mit ihr… Und es ging mir besser – jedenfalls fasste ich neuen Lebensmut.  Und mein Traum erfüllte sich haargenau. Das alte Häuschen mit Garten war da, darin und drumherum befanden sich allerdings schon einige Tiere wie Katzen, zwei Hunde, Hühner, Kaninchen und Gänse. Mit denen musste ich zurecht kommen. Puh, ich hatte schon Angst.

Zuerst wurde ich im Auto von Salome begrüßt, eine ganz liebe, etwas überschwängliche große schwarze Hündin. Sie war gleich nett zu mir. Diogenes, ein schwarzer Rüde in meiner Größe, war nicht böse, aber distanziert und er gab mir gleich zu verstehen, dass zwischen ihn und Frauchen nicht mal ein Blatt passt, also eine sehr enge Beziehung besteht – also Vorsicht, alter Knabe!! Essen war sehr aufregend, mit den beiden anderen zusammen hat das aber auf Anhieb geklappt. Nach dem Essen gab es dann immer getrocknete Geflügelstreifen und einen Ochsenziemer als Nachtisch. Mensch, hat das geschmeckt. Schlafen durfte ich, wo ich wollte, im Wohnzimmer standen sehr viele weiche Bettchen rum, ich konnte mir eins aussuchen.

Die Katzen waren auch sehr nett, sie rochen zwar an meinen Füßen rum, wenn ich schlief, aber sonst ließen sie mich in Ruhe, und irgendwann Wochen später schliefen sie sogar mit mir in einem Körbchen. Dann gings spazieren. In den weiten Feldern rund um Echterdingen – das war einfach ein Traum… Ich durfte buddeln und buddeln und buddeln, in der Wiese laufen und schnüffeln… Ich flippte schier aus und war dann auch sehr müde…  Nach und nach fand ich mich in der Wohnung zurecht und irgendwann durfte ich im Garten alleine laufen, zuerst war ich unsicher, aber dann hatte ich jeden Winkel erschnüffelt und auch schon kräftig Löcher gebuddelt. Im Sommer liege ich dann in der Kuhle unterm Apfelbaum und döse.

Und dann kam das Glück, das alles übertraf: Mein schrecklicher Durchfall war weg – nie mehr kam er wieder. Ich konnte wieder Treppen laufen, sogar in meiner Autobox drehe ich mich lässig um die eigene Achse. Mein Fell wurde wieder ganz dicht und lockig und ich nahm richtig stattliche Formen an.  Ich habe mich mehr als angestrengt… Und mich in alle Herzen geschlichen… Jetzt bin ich fast ein Jahr da und ich habe vor, noch eine Weile mein neues Leben auszukosten – so Gott will. Ich denke, ich gebe viel Liebe und Freude an alle und speziell für Mama habe ich auf jeden Fall eine Aufgabe: Geduld zu lernen… Darin war sie nämlich nicht so gut, aber langsam klappt’s. Oft liege ich in meinem Korb und wache auf und „schaue“ um mich, dann höre ich eine liebevolle Stimme sagen, Albert, alles ist gut, wir sind bei Dir, schlafe weiter. Und dann seufze ich tief und schlafe glücklich wieder ein.                                                                                        

Albert(us)

Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir,
alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir.
Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir,
also sind sie uns gleichgestellte Werke des Allmächtigen Schöpfers – unsere Brüder
Franz von Assisi